Samstag 11.10.08, 17:22 Uhr
WAZ - Bochum, 10.10.2008, von Norbert Schmitz

Breite Front gegen NPD-Aufmarsch

“Wir sind Bochum - Nazis sind es nicht”. Bündnis aus Politik, Kirchen, Gewerkschaft und Gesellschaft ruft zur großen Demonstration am 25. Oktober aus. Präventiv Plätze in der Stadt angemietet

“Wir wollen den Rattenfängern vermiesen, dass sie wiederkommen.” Michael Hermund, Vorsitzender der DGB-Region Ruhr-Mark, fasst prägnant zusammen, was ein wesentliches Anliegen des breiten Bündnisses ist, das sich innerhalb kürzester Zeit zusammengefunden hat, um gegen den für den 25. Oktober geplanten NPD-Aufmarsch in Bochum Flagge zu zeigen.

“Wir sind Bochum - Nazis sind es nicht!” So steht es in großen Buchstaben auf Flugblättern und Plakaten, die an diesem Wochenende überall im Stadtgebiet verteilt werden. “Wir bekennen Farbe. Wir wollen eine Stadt die farbig ist und bunt. Eine Stadt, die das Fremde liebt und den Nächsten. Eine Stadt, die den Unterschied feiert und die Ähnlichkeit. Eine Stadt die neugierig ist auf sich und andere. Die mutig ist und freimütig, offen und aufgeschlossen. Wir wollen eine friedliche Stadt und wollen den Nazis friedlich widerstehen. Wir wollen einen Protest der Phantasie, einen Widerstand voll Poesie, wir wollen die Schönheit des Plurals.”

Dafür stehen die zahlreichen Unterzeichner des Aufrufes: Privatpersonen, alle im Rat der Stadt vertretenen Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, IHK und Kreishandwerkerschaft, Ruhr-Universität und der VfL, Sparkasse, Unternehmen und viele mehr. Sie alle rufen dazu auf, gegen den Nazi-Aufmarsch aufzustehen.

Michael Hermund nennt eine Strategie, die mit Oberbürgermeisterin Scholz und dem Ordnungsamt abgestimmt wurde: “Wir haben präventiv möglichst viele Plätze angemietet, damit die Nazis nicht einfach durch die Stadt laufen können. Wir sind nämlich mehr, wir sind das demokratische und bunte Bochum und deshalb brauchen wir mehr Platz.”

Die NPD, so bestätigt die Polizei, habe ihre Veranstaltung für den 25. Oktober angemeldet, Einzelheiten wisse man bisher nicht. Hermund vermutet, dass “die sich ab 12 Uhr irgendwo treffen. Wir stehen ab 10.30 Uhr auf dem Dr.-Ruer-Platz.” Zu dieser Demonstration gegen Rechts ruft das Bündnis alle Bürger auf: “Gemeinsam wollen wir aller Welt zeigen, dass wir Bochum sind und Nazis nicht!”

Quelle: WAZ