Samstag 11.10.08, 17:38 Uhr
Ruhr Nachrichten - Bochum, 10.10.2008, von Christoph Walter

Widerstand in Bochum: Gemeinsam gegen Rechts

50.000 Flugblätter fordern zum Protest gegen Nazi-Kundgebung am 25. Oktober auf

BOCHUM Protestaktionen gegen den NPD-Aufmarsch starten am Samstag, 25. Oktober, um 10.30 Uhr mit einer zentralen Veranstaltung auf dem Dr.-Ruer-Platz. Die Ultra-Rechten haben ihre Kundgebung für 12 Uhr angekündigt.

Rufen auf zum Widerstand (v.l.): Pfarrer Thomas Wessel (Kirche der Kulturen), Michael Hermund (DGB) und Klaus Kunold vom Bochumer Bündnis gegen Rechts. Foto Walter

DGB-Regionalchef Michael Hermund kommt mächtig ins Schwitzen, als er stapelweise Kartons aus dem Transporter herüber ins Jahrhunderthaus schleppt. Der Inhalt: 50 000 Flugblätter, tausende Plakate. Der bunte Aufdruck spricht eine deutliche Sprache: “Wir sind Bochum. Nazis sind es nicht.

“In diesen Tagen bündeln Gewerkschaften, Parteien, Kirchen, Vereine und Verbände ihre Kräfte. Das gemeinsame Ziel: Möglichst viele Bürger gegen die geplante NPD-Kundgebung am 25. Oktober zu mobilisieren. “Wir Bochumer müssen geschlossen zeigen, dass wir in unserer Stadt keine Nazis dulden”, sagt Hermund.

Macht der Masse

Mit Pfarrer Thomas Wessel (Kirche der Kulturen) und Klaus Kunold (Bochumer Bündnis gegen Rechts) organisiert er federführend den friedlichen Widerstand gegen die NPD-Anhänger, die sich angekündigt haben. Die Zeit ist knapp, die Flugblätter müssen schnell unters Volk gebracht werden. Doch die Organisatoren sind überzeugt, am letzten Oktoberwochenende mit der Macht der Gemeinschaft und der Entschlossenheit eines “demokratischen, bunten Bochums” den Aufmarsch der Ultra-Rechten verhindern zu können. “Was uns nicht gelungen ist, als vor vier Jahren Rechte gegen den Synagogen-Bau protestiert haben, werden wir jetzt schaffen”, so Klaus Kunold.

Verdrängungs-Strategie

Neben der zentralen Protestveranstaltung auf dem Dr.-Ruer-Platz soll es in der gesamten Innenstadt viele weitere Aktionen geben. “Dafür haben wir inzwischen Demos auf einer ganzen Reihe von Plätzen in der Innenstadt angemeldet”, berichtet Hermund. Details verrät er aber noch nicht - “aus strategischen Gründen”.

Nur soviel: “Wir werden überall sein. Die Rechten haben keine Chance, eine Marschroute durch die Stadt genehmigt zu bekommen.”

Für Pfarrer Thomas Wessel ist es entscheidend, dass die Bochumer mit dem Herzen bei der Sache sind: “Es geht nicht darum, einfach gängige Parolen wie ,Wehret den Anfängen’ zu rufen, sondern im tiefsten Innern die Abneigung gegen Nazis und gegen rechtes Gedankengut zu spüren. Denn wir sind Bochum. Nazis sind es nicht.”

Die Protestaktionen gegen den NPD-Aufmarsch starten am Samstag, 25. Oktober, um 10.30 Uhr mit einer zentralen Veranstaltung auf dem Dr.-Ruer-Platz. Die Ultra-Rechten haben ihre Kundgebung für 12 Uhr angekündigt. Wo sie mit Polizeigenehmigung aufmarschieren dürfen, ist noch unklar.

Quelle: Ruhr Nachrichten