NIE WIEDER! KEIN VERGEBEN, KEIN VERGESSEN!

Vierundsiebzig Jahre nach der Befreiung der letzten Überlebenden aus dem Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gedenken wir an dieser Stelle der Opfer des Faschismus:Menschen, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Abstammung oder ihrer Rasse qualvoll misshandelt  und getötet wurden. Auch an jene, die eine andere Art zu leben hatten und als „Asoziale“ diffamiert wurden und an jene, die wegen ihrer politischen Meinung, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer körperlichen oder mentalen Fähigkeiten verfolgt, deportiert, ermordet wurden, erinnern wir. Unser Gedenken müssen wir dazu nutzen, dass sich solche menschenverachtenden Szenarien nie wieder wiederholen. Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass wir niemals vergessen werden, was war. Deshalb wollen wir mit diesem Gedenken mitten in der Stadt die Erinnerung an den Terror der Nazis und an die, die ihm zum Opfer fielen, wachrufen. Auch heute noch, 74 Jahre später, wird von Menschen mit rechter Gesinnung Stimmung gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen und/oder Religionen gemacht. Gleichzeitig werden Roma, die auch im Faschismus verfolgt und getötet wurden, auch heute noch von der deutschen Politik als Geflüchtete nicht anerkannt. Obwohl ihnen die bitterste Armut, Diskriminierung und rassistische Angriffe drohen, werden sie in angeblich sichere Herkunftsländer abgeschoben. In der Ukraine wurden in 2018 einige Roma bei einer Reihe von rechtsradikalen Angriffen verletzt, einer starb. Deutschlandweit kam es alleine bis zum dritten Quartal 2018 zu 583 politisch motivierten antisemitischen Straftaten. Bis zum Jahreswechsel wurden 150 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Viele rechte Gewalttaten werden nicht ausreichend aufgeklärt, wie die Anschläge des „NSU“. Dazu kommt die alltägliche Diskriminierung von Menschen durch Rassismus, Sexismus und andere Formen. Wir dürfen und können nicht zusehen, wie menschenfeindliches Denken und Verhalten mehr und mehr Akzeptanz finden und sich immer weiter verbreiten. Es ist Zeit, zu handeln. Überlassen wir rechten Meinungen nicht das Feld, sondern treten wir offen für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung ein. Lassen wir niemals zu, dass sich die Geschichte wiederholt und dass die Opfer von damals vergessen werden. Nie wieder, kein Vergeben, kein Vergessen!

26.Januar 2019 15.00 Kortumstrasse/Husemannplatz

Antifaschistische Aktion Bochum – Bochumer „Bündnis gegen Rechts“- VVN-BdA