Redebeitrag zum 8. Mai von der Mansfeld Schule

Katja Wiemers und Moritz Ludwig trugen einen Beitrag von Schülerinnen der Mansfeld Schule vor

Je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigten, eröffnete sich uns zunehmend ein schreckliches Bild: Wir Schüler einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung wären in dieser Zeit wahrscheinlich zwangssterilisiert und/oder sogar getötet worden. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir unsere Recherche über eine Person machen wollen, die uns ähnlich ist. Für diese Menschen gibt es in Bochum noch kaum Stolpersteine und uns ist es wichtig deutlich zu machen, dass Menschen die vielleicht ein auffälliges Verhalten zeigen, die vielleicht Unterstützung von Ärzten und auch Psychologen benötigen, die vielleicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind oder noch nicht gelernt haben, wie man sich in unserer Gesellschaft verhält, trotzdem ein lebenswertes Leben haben. Niemand hat das Recht dies mit einem Urteil über Leben und Tod zu bewerten. Wir haben zum großen Teil erfahren, wie es ist ein „Schandfleck“ zu sein. Dies kann in der Familie, im Schulsystem, bei Hobbies, in der Nachbarschaft oder einfach so sein. Wir haben alle das Ziel, dass aus uns etwas wird. Die Menschen im Nationalsozialismus, die Geschichten hatten, die unseren ähneln, hatten diese Chance nicht und darum wollen wir die Erinnerung durch einen Stolperstein wachhalten. Weiterlesen

Redebeitrag zum 8. Mai von ver.di Bezirk Mittleres Ruhrgebiet

Bernd Dreisbusch, Geschäftsführer ver.di Mittleres Ruhrgebiet

Am 8. Mai 1945 waren zwölf Jahre Nacht vorbei. Der Tag der Befreiung, der Tag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs durch die Alliierten, ist ein Grund zum Feiern.
Zugleich ist er ein Tag des Danks an die Siegermächte: an die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, die zahlreiche Tote zu beklagen hatten, die aber trotz aller Verluste an Menschenleben weiter dafür kämpften, den Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland ein Ende zu bereiten, Deutschland und Europa von der Nazi-Barbarei zu befreien.
Der 8. Mai markiert den Tag, an dem unsägliches Leid beendet wurde, das die Deutschen über die Menschen im eigenen Land und über die Menschen in den von der Wehrmacht überfallenen Ländern gebracht hatten. Sechs Millionen Juden wurden in der Shoah in industriellem Maßstab ermordet, vom Kind bis zum Greis. Weiterlesen

8. Mai 1945 Tag der Befreiung:
Ein bedeutender Tag unter besonderen Bedingungen

Seit Jahren ist der 8.Mai – Tag der Befreiung von Krieg und Faschismus- ein zentrales Datum in der antirassistischen Erinnerungsarbeit vom Bochumer Jugendring und Bündnis gegen Rechts. Auch in diesem Jahr hatten beide Organisationen diese Veranstaltung vorbereitet, allerdings unter den erschwerenden Bedingungen der geltenden Corona-Schutz-Verordnung. Ein Rundgang zu den verschiedenen Grabfeldern unterschiedlicher Opfergruppen sollte nicht stattfinden, herausgekommen nach Verhandlungen mit dem Ordnungsamt war die Ausnahmegenehmigung für eine Kundgebung am Ehrenrundplatz. Nach ursprünglich 20 vorgesehenen Teilnehmenden hatte das Ordnungsamt schließlich 40 Personen für den abgetrennten Bereich zugelassen, dies allerdings erst am 5.Mai. Dieser später Zeitpunkt hat die Mobilisierung erschwert, aber nicht verhindert. Ca. 150 Menschen hatten sich vor und um den Ehrenrundplatz versammelt. Weiterlesen

Redebeitrag zum 8. Mai der Rosa Strippe e.V.

Marta Grabski von der Rosa Strippe

In Anlehnung an den Beitrag des Frauenverbandes Courage in Bochum möchte ich an eine sehr aktive, mutige und beeindruckende Bochumer Frau* erinnern, die, wie viele andere Frauen*, ihr Leben im Widerstand gegen die Nazis riskierte. Die Rede ist von Änne Kappius geb. Ebbers.
Bevor ich einen Einblick in ihr Leben gebe-möchte ich als Vertreterin der Rosa Strippe an dieser Stelle nicht nur an die mutigen Frauen* im Widerstand erinnern, sondern auch den Menschen gedenken, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität kriminalisiert, verfolgt, verhaftet und ermordet wurden. Weiterlesen

Redebeitrag zum 8. Mai 2020 des Frauenverbandes Courage, Ortsgruppe Bochum

Carola Horn (links) und Karin Finkbohner von Frauenverband Courage

Heute ist der 8.Mai 2020, der 75. Jahrestag der Befreiung der Menschheit von Faschismus und Krieg. Heute wollen wir an all die mutigen Bochumer Frauen erinnern, die aktiv Widerstand leisteten gegen die Terrorherrschaft des Faschismus, gegen eine reaktionäre Frauenideologie, gegen Krieg und Unterdrückung und für Gleichberechtigung, Menschlichkeit, Demokratie und Frieden. Diese Frauen waren nicht nur Unterstützerinnen der Männer, sondern leisteten vielfältige, auch frauenspezifische Widerstandstätigkeiten. Erst in den letzten Jahren wird das als eigenständiger Widerstand der Frauen endlich ausreichend gewürdigt. Mit unserem 2006 erschienene Buch „Wider das Vergessen – Widerstand und Verfolgung Bochumer Frauen und Zwangsarbeiterinnen 1933 – 1945“, in dem wir über 61 Bochumer Frauen und ihren Widerstand berichten, konnten wir eine Beitrag zur Würdigung dieser Frauen leisten. Weiterlesen