Redebeitrag von Michael Niggemann, VVN – BdA Bochum

Wir stehen hier am Ehrenrundplatz, eine der wenigen Gedenkstätten in Deutschland für die im allgemeinen Bewusstsein vergessenen Widerstandskämpfer. An dieser Stelle, wo sich die Hauptwege des Friedhofs treffen, an diesem besonderen Platz, gedenken wir acht Widerstandskämpfern gegen Faschismus und Krieg, die der linkssozialistischen und kommunistischen Arbeiterbewegung angehörten. Aber es waren nicht die einzigen Widerstandskämpfer. An vielen Orten in den Städten und Dörfern Deutschlands gab es Widerstand. Allerdings ist dieser Widerstand bereits kurz nach dem Krieg kleingeredet und verschwiegen worden. Umso wertvoller ist die Erinnerung an Bochumer Widerstandskämpfer:innen, die auch in Konzentrationslagern bzw. Zuchthäusern der Faschisten umgebracht wurden.

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Redebeitrag von Jennifer Haas, Fritz Bauer Forum/Bibliothek

Herzlichen Dank, dass ich heute, am Tag der Befreiung, einen der Wortbeiträge übernehmen darf. Wir stehen hier auf dem Hauptfriedhof West am Grabfeld 19, einem der zwei Grabfelder, auf dem insgesamt 1720 Zwangsarbeiter*innen verschiedener Nationalitäten bestattet sind. Auf der Ostseite des Friedhofs befindet sich die Baustelle des Fritz Bauer Forums mit Bibliothek und Archiv, für die ich tätig bin. Ich möchte kurz ein paar Worte zum Projekt sagen. Im Fritz Bauer Forum, und vor allem in der physischen und digitalen Bibliothek, ist unser Ziel ebensolche Geschichten, wie die der hier begrabenen Zwangsarbeiter*innen nicht zu vergessen, sondern diese zu thematisieren, aufzuarbeiten und denen eine Stimme zu geben, die sie nicht mehr haben. Aber auch die Stimmen derer zu Wort kommen zu lassen, die ihre Geschichten erzählen können und wollen.

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Redebeitrag von Uli Borchers, Bündnis gegen Rechts

Unser Rundgang an jedem 8.Mai ist auch immer eine Aussage gegen den Krieg. Wir erinnern an Opfer und Täter des Eroberungskrieges von 1939 bis 1945. Wir werden die Opfer nicht vergessen: Frauen und Männer die im Widerstand gegen den Faschismus waren, Frauen und Männer, die als ZwangsarbeiterInnen verschleppt und ausgebeutet wurden, Jüdinnen und Juden, die ermordet wurden Sinti und Roma, Homosexuelle und alle anderen Menschen, die der rassenideologischen Vorstellung der Nationalsozialisten nach „minderwertig“ waren. „Landtag Nazifrei“, unsere Kampagne gegen die AfD und andere rassistische Parteien sollte heute mein Thema sein. Gründe zu liefern, Begründungen vorzutragen und zu beschreiben, dass die AfD, Die Basis, die Rechte rassistische Parteien sind, mit antisemistischen Tendenzen, migrantenfeindlichen Positionen, etc. wäre einfach und auch eine Woche vor der Landtagswahl berechtigt.

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Erinnerungsveranstaltung in memoriam Esther Bejarano

Sie überlebte Auschwitz und das KZ Ravensbrück, weil sie im Mädchenorchester spielte. Das Erleben des Holocaust trieb Esther Bejarano bis zuletzt dazu an, ihre Stimme gegen Menschenfeinde zu erheben. Am 10. Juli 2021 ist sie im Alter von96 Jahren verstorben.
Ihre Forderung: „Nie mehr schweigen, wenn Unrecht geschieht. Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten! Bleibt mutig! Ich vertraue auf die Jugend, ich vertraue auf euch! Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!“
Am 08. Mai, dem Tag der Befreiung, wollen wir an sie, ihre Taten und Worte erinnern!
Sonntag, 08. Mai 2022, 18 Uhr
Quartiershalle in der KoFabrik, Stühmeyerstraße 33, 44787 Bochum
Der Eintritt ist frei, um Voranmeldungen unter info@ko-labor.de oder
0173 75 79 431 wird gebeten. Eine Teilnahme ist nur mit 3 G und Maske möglich.

Gedenkrundgang zum Tag der Befreiung

Das Bochumer Bündnis gegen Rechts und der Kinder- und Jugendring erinnern mit einem Gedenkrundgang am Sonntag, 8. Mai 2022 um 14.00 Uhr auf dem Friedhof am Freigrafendamm an den 77. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg. Am 8. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Zwölf Jahre lang sind Juden, Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, Widerstandskämpfer und weitere Opfergruppen von den Faschisten brutal verfolgt worden.

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