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8.Mai 2020-75.Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus : Dokumentation publiziert

Die Veranstaltung zum 75.Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus vom 8.Mai 2020 auf dem Freigrafendamm ist in einer Broschüre dokumentiert und wird ab heute publiziert und verteilt. Der Holocaustüberlebende Felix Lipski beschreibt das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen, Katja Wiemers und Moritz Ludwig von der Mansfeld Schule berichten über das Euthanasieopfer Theodor Welbhoff. Mit dem Widerstand von Bochumer Frauen haben sich Carola Horn und Karin Finkbohner vom Frauenverband Courage befasst. Marta Grabski von der Rosa Strippe machte auf die Menschen aufmerksam, die auf Grund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden. Bernd Dreisbusch von ver.di informierte über den Gewerkschafter Fritz Husemann und der Beitrag der VVN-BdA von Reinhard Junge stellte Erfahrungen mit dem Gedenken nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Kai Rawe als Leiter des Stadtarchivs schreibt seine Meinung über „Warum wir Erinnerung brauchen“.
Zu bekommen ist die Doku über die Geschäftsstelle des Jugendrings ( per Telefon 0234 – 51 64 61 56 oder per email info@jugendring-bochum.de und Uli Borchers unter 0176 5435 3746  und per email uli.borchers@bo-alternativ.de).
Broschüre als PDF-Datei []

27.Januar 1945 : Auschwitz-Befreiung – 27.Januar 2021 : Auschwitz-Gedenken und Abwehr von menschenfeindlichem Denken und rechter Gewalt

Antifaschistische Aktion Bochum, VVN-BdA und Bündnis gegen Rechts rufen auf zur Mahnwache am 27.Januar 2021 um 16.00 vor der Synagoge in Bochum. Am 27.Januar vor 76 Jahren wurden die letzten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz von der Roten Armee befreit. Mit der Mahnwache am 27.Janur 2021 gedenken wir der fast 700 Frauen und Männern jüdischen Glaubens, die aus Bochum in die Vernichtungslager deportiert und ermordet worden sind und allen anderen Opfern des Faschismus. Eine Aktion in der Innenstadt, in der die Namen der Ermordeten verlesen worden wären, wird aus Gründen des Corona-Lockdowns nicht stattfinden. Auf der Mahnwache vor der Synagoge werden Transparente mit den Namen der ermordeten Frauen und Männer gezeigt. Damit halten wir die Erinnerung an die Verbrechen des Faschismus wach.

Für die Verteilung in der Innenstadt war ein Flyer mit folgendem Text vorbereitet:

„Auch 76 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau haben wir keinen Grund zu feiern, sondern zu trauern und gedenken. Antisemitismus zeigt weiterhin in der deutschen Gesellschaft Kontinuität. Die zahlreichen Anschläge auf Jüdinnen und Juden sollten wir als Mahnung nehmen, dass das was geschehen ist, wieder geschehen kann.
Daher gedenken wir an dieser Stelle den letzten Überlebenden der Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, sowie den unzähligen Opfern des Faschismus:
Menschen, die auf Grund ihrer Religion, Abstammung oder, wie vieleRom*nja, auf Grund ihrer Herkunft qualvoll misshandelt und getötet wurden. Auch an jene, die auf Grund ihrer Art zu leben als „Asoziale“ diffamiert wurden und an jene, die wegen ihrer politischen Meinung, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer körperlichen oder mentalen Fähigkeiten verfolgt, deportiert, ermordet wurden. An all jene erinnern wir uns heute.
Es gilt, aus der Vergangenheit zu lernen. Unser Gedenken muss dazu genutzt werden, dass sich diese menschenverachtende Geschichte nicht wiederholt. Wir wollen daher hier ein klares Zeichen setzen, dass wir niemals vergessen werden, was war.
Denn auch heute noch, 76 Jahre nach der Shoah werden auf offener Straße Jüdinnen und Juden auf Grund des Tragens einer Kippa attackiert. Und auch heute zeigt sich wieder offen das Fortleben antisemitischen Verschwörungswahns. Die Verbreitung auf den Demonstrationen der sogenannten Querdenker oder in Manifesten extrem rechter Attentäter hat eine tödliche Vergangenheit.
Wir dürfen und können nicht zusehen, wie menschenfeindliches Denken oder Verhalten mehr und mehr Akzeptanz finden und sich immer weiter verbreiten. Wir dürfen es nicht zulassen, dass rechte Gewalt mehr und mehr Opfer findet. Es ist Zeit, zu handeln. Überlassen wir rechten Meinungen nicht das Feld, sondern treten wir offen für eine Gesellschaft ohne jegliche Diskriminierung ein.
Lassen wir es niemals zu, dass sich die Geschichte wiederholt und dass die Opfer von damals vergessen werden!
Nie wieder!
Kein Vergeben, kein Vergessen!

Antifaschistische Aktion Bochum
Bochumer Bündnis gegen Rechts
VVN-BdA“

 

AfD NICHT ALS NORMALITÄT AKZEPTIEREN!

Der Kulturbahnhol Langendreer hat sich von den Betreiberinnen der Kneipe in den Räumen des Bahnhofs getrennt. Wir finden diese Entscheidung richtig und unterstützen damit den Bahnhof Langendreer. Jede Nähe zur AfD oder zu anderen ultrarechten oder rassistischen Parteien und Gruppen muss unterbunden werden. In der AfD nehmen Menschen wie Björn Höcke Spitzenpositionen ein. Kein ernst zu nehmender Mensch bezweifelt, dass er Verbrechen der Nazis leugnet und zentrale Positionen der NSDAP teilt. Gerichtlich ist geklärt worden, dass man ihn ungestraft Faschist nennen kann. Der Einfluss seiner Position in der AfD wächst ständig und immer mehr AfD-Mitglieder arrangieren sich damit, dass diese Partei sich kaum noch von der NPD unterscheidet. Es ist besorgniserregend, dass die WAZ als einzig übriggebliebene Tageszeitung in Bochum die AfD regelmäßig unkritisch und wohlwollend kommentiert. Erklärte GegnerInnen der AfD werden dagegen angegriffen, wenn sie die AfD ausgrenzen. Die AfD und ihre SymphatisantenInnen werden dabei immer als Opfer dargestellt. Mit der Kampagne „Rathaus Nazifrei-keine Stimme für AfD und NPD“ hat ein breites Bündnis von Organisationen und Initiativen dazu beigetragen, dass AfD und NPD bei der Kommunalwahl in Bochum ein schlechteres Ergebnis erzielt haben als die AfD und andere ultrarechte Parteien im Ruhrgebiet. Auch außerhalb des Wahlkampfs müssen wir wachsam sein und dürfen die Existenz einer Partei wie der AfD nicht als Normalität akzeptieren. Dafür bedarf es immer einer so konsequenten Abgrenzung, wie sie der Bahnhof Langendreer vollzogen hat.

SOLIDARITÄT GEGEN EGOISMUS – BOCHUM NAZIFREI!

…unser Motto für die Kundgebung am 21.11.2020!
Mit einer Fülle von Transparenten werden wir mit über 20 Organisationen und Initiativen gegen die „querdenken“-Veranstaltung demonstrieren. Für diese Protestaktion gilt, unnötige soziale Kontakte zu vermeiden. Deshalb mobilisieren wir keinen individuellen Protest von vielen Teilnehmenden, sondern wollen mit vielen Initiativen und Organisationen deutlich machen, wie breit der Protest ist. Dies ist für uns eine schmerzliche Einschränkung. Sie soll aber deutlich machen, dass wir die Gefährdung durch die Pandemie ernst nehmen. Der Sprecher der Gruppe „querdenken 711“ und Rechtsanwälte aus der rechten Szene sind als Redner auf dem Kirmesplatz angekündigt. Auf der Webseite der NPD wird für die Kundgebung geworben. Zu erwarten sind Teilnehmende, die eine „Corona-Diktatur“ beschwören, für die die „Corona-Pandemie“ nicht existiert und die Gefährlichkeit des Virus eine „Lüge“ ist. Mittlerweile haben sich diese Versammlungen und Demonstrationen zu einem Treffen rechter Organisationen und Parteien entwickelt. Wir haben noch gut die Reichsbürger in Erinnerung mit Deutschlandfahnen und der Reichskriegsflagge auf den Stufen des Reichstags. Die Demo von „querdenken“ in Leipzig vom 7.November war die Wiederholung von Berlin. Die Bochumer Gruppe „querdenken 234“ veröffentlicht im Internet ein Bild, in dem die Maskenpflicht das Gleiche ist wie der „Judenstern“, der im Faschismus verpflichtend getragen werden musste. Das am Mittwoch im Bundestag beschlossene Infektionsschutzgesetz wird von Querdenkern mit dem „Ermächtigungsgesetz“ von 1933 gleichgesetzt. Dies zeigt ihre politische Ahnungslosgkeit und die grundlegende Unkenntnis historischer Zusammenhänge. Dies macht Querdenken für Nazis attraktiv. Mit unserenTtransparenten werden wir zeigen, wie breit die Ablehnung der querdenken-Kundgebung ist.
Wir treten ein für „Bochum-Nazifrei!“

„ORTE, DIE NICHT VERGESSEN WERDEN DÜRFEN!“

Am 17.Oktober 2020 findet die 2.Fahrradtour zu Standorten ehemaliger Zwangsarbeiterlager in Bochum statt. Bochum war ein Zentrum von Betrieben der Rüstungsproduktion in der Zeit von 1933 bis 1945. Besonders der „Bochumer Verein“ als „nationalsozialistischer Musterbetrieb“ setzte
Tausende von ZwangsarbeiterInnen ein. Mehr als 30.000 ZwangsarbeiterInnen wurden während des Zweiten Weltkriegs in Bochumer Betrieben ausgebeutet. Unter welchen Bedingungen diese Frauen und Männer arbeiten mussten und wie sie untergebracht waren, wie sie ermordet wurden und überlebt haben, wird auf der Tour sachkundig erläutert. Zu den Stationen die angefahren werden, gehören die „Stolperschwelle“ am Kreisverkehr in der Kohlenstrasse, der Gedenkort für das Außenlager des  KZ Buchenwald an der Brüllstrasse, die „Sauren Wiesen“, die Gedenktafel an der Talstrasse für die Toten des Lagers Mariannenplatz, der Friedhof in Höntrop und die eheml. Zeche „Fröhliche Morgensonne“ in Wattenscheid. Günter Gleising von der VVN und Marcus Kiel als Gestalter der Gedenkorte erläutern die politischen Hintergründe der Kriegsproduktion im Faschismus und die Notwendigkeit der Erinnerungsarbeit. Unter Corona-Bedingungen ist die Teilnahme begrenzt, freie Plätze sind vorhanden, eine Anmeldung bei der VHS ist erforderlich unter www.vhs-bochum.de/Kurs 12021 oder Tel.0234-910-1555.
Ausgangspunkt der Tour ist das Jahrhunderthaus Alleestrasse 80 am 17.Oktober um 14.00

WDR 5: Erinnerungslücke 1980 – Das Terror-Jahr der Rechten

Am Sonntag gab es eine sehr interessante Dokumentation im Radio WDR 5:
Erinnerungslücke 1980 – Das Terror-Jahr der Rechten

Dok 5 – Das Feature 04.10.2020 53:37 Min. Verfügbar bis 02.10.2021 WDR 5

Auf der Webseite des WDR heißt es:
„Nguyễn Ngọc Châu, Shlomo Levin, Frieda Poeschke. Kaum jemand kennt die Namen derer, die 1980 von Rechtsextremen ermordet wurden, in Hamburg, Erlangen und auf dem Münchner Oktoberfest. Rechte Gewalt hat eine lange Kontinuität.
Bei einem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 sterben 13 Menschen. Das ist bis heute der schwerste Terrorakt in der bundesdeutschen Geschichte.
Aber nicht der einzige in diesem Jahr. Ebenfalls 1980 schlägt eine Neonazi-Gruppe allein sieben Mal zu und tötet u.a. in Hamburg die Asylbewerber Nguyễn Ngọc Châu und Ðỗ Anh Lân. In Erlangen werden der Rabbiner Shlomo Levin und seine Lebensgefährtin Frieda Poeschke ermordet. Zwei Schweizer Grenzbeamte werden von dem Rechtsextremisten Frank Schubert erschossen. 
Warum kann sich kaum jemand an diesen Terror, die Opfer, die Täter erinnern? Sie scheinen in der bundesdeutschen Geschichte weitgehend ausgeblendet. Wer sich aber an die lange Kontinuität des rechten Terrors nicht erinnert, unterschätzt ihn auch leicht in der Gegenwart. Das könnte fatale Konsequenzen haben.“

Link zur WDR-Seite:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/terror-muenchener-oktoberfest-100.html

Link zum Manuskript: „Erinnerungslücke 1980 – Das Terror-Jahr der Rechten“ [PDF, 326,4 KB]:
https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/erinnerungsluecke-100.pdf